Warum wir Ideen nicht umsetzen
Bei meinem letzten Seminar kam ich in der Pause mit einer Teilnehmerin ins Gespräch. Dabei rutschte ihr in einem Halbsatz etwas heraus, dass mich hellhörig machte. Sie deutete eine Idee an, die Sie schon lange mit sich herumträgt und trotzdem noch nicht umgesetzt hat. Zu viele Zweifel verhindern, dass sie ernsthaft Schritte setzt, um ihre Idee Realität werden zu lassen. Warum ist das so? Und was können wir dagegen tun?
In dem Halbsatz der Teilnehmerin blitzte ein Herzenswunsch heraus, eine Idee, die schon lange in der Teilnehmerin brodelte. Als ich nachfragte schwächte sie sofort ab „Das ist so eine Schnapsidee, das funktioniert ohnehin nicht,….“. Als ich nachfragte, warum sie glaubte, dass diese Idee nicht funktionieren kann, kamen die üblichen Gründe: Keine Zeit, zu wenig Geld und überhaupt, wie soll das gehen. Wer wäre sie schon, dass Sie sich so was trauen kann.
Da waren sie also, die Zweifel, die uns davon abhalten an die Umsetzung einer Idee überhaupt zu denken. Noch bevor der erste Schritt gemacht wird, wird die Idee schon im Keim erstickt. In meinem Umfeld gibt es viele Menschen, die nur so vor Ideen sprühen, aber die Umsetzung nicht schaffen. Ich sprudle selbst vor Ideen, was man alles machen könnte, nur einen Bruchteil davon setzte ich wirklich um. Auch da sind es Gründe, wie Zeit und Ressourcen wie Geld, die mich davon abhalten. Doch wenn ich merke, dass eine Idee immer wieder kommt, sie mir nicht aus dem Kopf geht, dann beginne mich damit ernsthaft zu beschäftigen.
Wir haben keine Ahnung von der Umsetzung
Der Podcast „Tinte & Courage“ ist ein gutes Beispiel dafür. Ich trug diese Idee fast zwei Jahre mit mir herum, unternahm aber nie Schritte in Richtung Umsetzung. Denn ich hatte keine Ahnung von der Technik, wusste nur wage worüber ich in dem Podcast reden wollte. Ich wusste nicht welche Kosten auf mich zukamen und wie viel Arbeit dahinter steckte.
Und hier liegt das Problem vieler: Wir haben keine Vorstellung, wie unsere Idee umgesetzt werden kann. Wir wissen nicht, was wir dafür konkret brauchen und aus Sorge, dass wir scheitern könnten, beginnen wir erst garnicht. Denn Scheitern ist unglaublich negativ behaftet in unserer Gesellschaft. Wir stempeln uns selbst und andere sofort als Looser ab.
Aber woher sollen wir wissen, ob wir es schaffen können und es uns etwas tatsächlich liegt, wenn wir es nicht ausprobieren. Sich etwas auszumalen ist etwas anderes als etwas ausprobieren.
Experimente statt Angst vor dem Scheitern
Statt unsere Zweifel und die Angst vor dem Scheitern das Ruder übernehmen zu lassen, sollten wir in kleinen Experimenten Dinge einfach ausprobieren. Ich verwende hier bewusst den Begriff Experiment. Das impliziert, dass wir ein anderes Ergebnis erhalten, als wir annehmen. Genau dafür macht man in der Wissenschaft Experimente- um eine Hypothese zu überprüfen. Um herauszufinden, ob meine Annahme über das Ergebnis wahr oder falsch ist. Nur durch denken, wirst du das nicht herausfinden.
Ich habe den Podcast „Tinte & Courage“ umgesetzt, als ich mit Claudia Scheidemann die passende Partnerin für dieses Experiment gefunden habe. Gemeinsam haben wir diese anfangs verrückt klingende Idee in Angriff genommen. Wir haben mit verschiedenen Aufnahmeverfahren experimentiert, bis wir die richtige für uns gefunden haben. Wir haben ausprobiert, Fehler gemacht und auch aus diesen wieder gelernt. Bis wir so weit waren eine erste Folge aufzunehmen und online zu stellen. Womit wir am Anfang nicht gerechnet haben: Wie viele Menschen wir mit unserem Podcast erreicht haben und wie schnell wir Interviewgäste gewinnen konnten. Wir haben nicht damit gerechnet, so schnell zu wachsen und nach etwas mehr als einem Jahr über 50.000 Zugriffe auf unsere Podcast-Folgen zu zählen. Wir können uns jetzt über eine Schar an Fans freuen, denen der Podcast viel bedeutet, wie diese uns in teils sehr persönlichen Nachrichten geschrieben haben.
Was als Experiment gestartet ist, hat sich zu einem tollen Projekt entwickelt, das uns nicht nur große Freude bereitet, sondern an dem wir gewachsen sind. Und mit dem wir uns weiterentwickelt haben, nun eine Community aufbauen und auch dort experimentieren wir: Was bieten wir an? Wie kommt das an? Was sind Menschen bereit dafür zu zahlen?
Wenn wir es nicht versuchen, werden wir es nie wissen.
Starte dein Abenteuer
Hast du eine Idee, von der du noch nicht weißt, wie du sie umsetzen kannst? In meinem Workshop „Sei Heldin“ geht es genau darum – wie wir eine Idee wie ein Abenteuer betrachten und uns trauen dieses umzusetzen. Wie wie kleine Experimente – Micro-Abenteuer – starten können, um herauszufinden, wohin die Reise gehen kann und wie wir damit unsere Zweifel überwinden.
Lass dich nicht von Zweifeln und der Angst vor dem Scheitern von der Umsetzung einer Idee abhalten. Recherchiere, probiere kleine Schritte aus, wie es wäre diese Idee zum Leben zu erwecken. Wer weiß – vielleicht ist die Umsetzung leichter als du glaubst? Oder du findest heraus, dass dir diese Idee weniger Freude bereitet, als du vermutet hast. Dann kannst du sie in Frieden ziehen lassen und musst nicht immer wieder mit Wehmut auf die Idee blicken und bedauern, dich nicht zu trauen, sie umzusetzen.


